Thomas Müntzer und die Täufer
„Dieser ‚alte Wiedertäufer‘. Thomas Müntzer in der Erinnerung der Täuferbewegung“ – so überschrieb die Frühneuzeithistorikerin Astrid von Schlachta ihren Vortrag auf der Jahresversammlung der Thomas-Müntzer-Gesellschaft 2026.
Sie problematisierte, wie ambivalent in der über 500 Jahre währenden Geschichte der Täuferbewegung auf den radikalen Reformator Müntzer geblickt wurde. Müntzer selbst hatte nachweislich mit frühen Vertretern der Täufer in Kontakt gestanden, etwa mit dem Buchhändler Hans Hut und dem Züricher Kreis um Konrad Grebel.
Nach Müntzers Hinrichtung 1525 wurden immer wieder Verbindungen zwischen seiner Theologie und den Täufern gezogen, insbesondere von deren Gegnern und auch noch im 17. und 18. Jahrhundert. Wie die Referentin darlegte, wurde allerdings die Frage, ob es sich nun bei den Täufern um Müntzers „Erben“ gehandelt habe, von den Glaubensgemeinschaften selbst unterschiedlich beantwortet und in unterschiedlichen historischen Kontexten sowohl bejaht als auch vehement verneint.
Der erweiterte Vortrag wird in der Schriftenreihe der Thomas- Müntzer-Gesellschaft publiziert.

Vor dem Vortrag führte Helge Wittmann Astrid von Schlachta durch das Reichsstädtische Archiv in Mühlhausen (Foto: Lucas Wölbing).

Referentin Astrid von Schlachta (links) im Gespräch mit der stellvertretenden TMG-Vorsitzenden Marion Dammaschke (Foto: Lucas Wölbing).







